Das Fahrrad gewinnt zunehmend an Beliebtheit und ist - nicht erst seit der ständig steigenden Spritpreise - eine hervorragende Alternative, um kürzere Wege zurückzulegen. Wer nun mit dem guten Vorsatz ins nächste Geschäft geht sich ein Fahrrad zu kaufen, wird angesichts der verschiedenen Fahrradtypen feststellen, dass es leider nicht so einfach ist, sich mal eben ein Fahrrad zuzulegen. Vor dem Weg ins nächste Fachgeschäft sollten daher einige Überlegungen stehen. Die wichtigste Frage überhaupt ist, für welchen Zweck das Fahrrad angeschafft werden soll. Ein Rennrad ist in den meisten Fällen für den Straßenverkehr nicht zugelassen und selbst wenn es zugelassen wäre, würde das Fahrvergnügen auf holperigen Wegen und unebenen Straßen schnell getrübt werden. Ein Cityrad ist - wie der Name schon sagt - eine gute Wahl für alle, die überwiegend im Stadtverkehr unterwegs sind. Wer jedoch mit dem Cityrad größere Radtouren machen möchte oder in unwegsamem Gelände unterwegs ist, wird damit nicht gut bedient sein.

Genau überlegt werden sollte auch, wie viel Geld für das neue Fahrrad ausgegeben werden kann und soll. In vielen Supermärkten und Baumärkten werden Räder zu wahren Dumpingpreisen präsentiert. Zu Recht fragt sich manch einer, warum er die höheren Preise im Fachgeschäft, die deutlich von den Discount-Angeboten abweichen, bezahlen soll. Zum einen sollte berücksichtigt werden, dass das Fachgeschäft einen umfassenden Service rund um das neue Fahrrad bietet. Im Preis inbegriffen ist oft die erste Inspektion, die nach einigen Monaten durchgeführt werden sollte. Stehen Reparaturen an, die nicht selber durchgeführt werden können, ist der Fahrradhändler der kompetente Ansprechpartner und nicht der Supermarkt.

Zum anderen sollte bedacht werden, dass eine fachgerechte Beratung im Supermarkt nicht möglich ist. Für den Laien ist es fast unmöglich, bei der Vielzahl an Rädern den Überblick zu behalten. Soll das Rad eine Kettenschaltung oder Nabenschaltung besitzen? Müssen es wirklich 24 Gänge sein oder reichen auch 7 Gänge? Welchen Unterschied gibt es zwischen einer Trommel- und einer Scheibenbremse? Sollen die Laufräder 28-Zoll oder 26-Zoll messen? Ohne fachmännischen Rat und eine vernünftige Probefahrt ist der Fahrradkauf eine reine Glückssache. Selbst das billigste Rad kann noch zu teuer sein, wenn es sich als Fehlkauf entpuppt und hinterher unbenutzt im Keller steht.

Sicher kann im Supermarkt der eine oder andere Glücksgriff bei einem Billigrad gemacht werden - es handelt sich dabei jedoch eher um die Ausnahme und nicht um die Regel. Selbst wenn das billige Fahrrad auf den ersten Blick einen guten Eindruck macht, so wird der Qualitätsunterschied erst während einer Probefahrt im Straßenverkehr oder im Gelände deutlich. Das der mangelnde Fahrkomfort den Spaß am neuen Fahrrad relativ schnell trüben kann, ist eine Sache. Viel wichtiger ist jedoch, dass die Billigräder oft den Sicherheitsanforderungen nicht genügen und es dadurch zu schweren Unfällen kommen kann. Viele Billigräder zeigen sich während des täglichen Gebrauchs deutlich weniger robust als es im Geschäft den Anschein hatte. Die Einzelteile sind oft von mangelhafter Qualität und verschleißen sehr schnell. Im schlimmsten Fall kann das Billigrad zur ernsthaften Gefahr für Radfahrer und andere Teilnehmer am Straßenverkehr werden. Wer sich mit einem billigen Mountainbike ins Gelände wagt, kann böse Überraschungen erleben, wenn plötzlich der Lenker oder die Sattelstange brechen, weil diese den Belastungen nicht standhalten können. Natürlich muss nun nicht unbedingt das Luxusbike gekauft werden, um sich auf der sicheren Seite zu bewegen und es gibt auch Räder, die schlichtweg überteuert sind. Allerdings wäre es mehr als unklug, am falschen Ende sparen zu wollen. Ein Fahrrad von vernünftiger Qualität ist nicht zum Dumpingpreis erhältlich und im Zweifelsfall die eigene Sicherheit zu einem höheren Preis vor.